HOHEITSZEICHEN Moving Image Sculpture #3

Zitadelle Spandau

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Friday 26 June → Sunday 30 August10:00 – 17:00
Zitadelle SpandauAm Juliusturm 64, 13599 Berlin

Intervention im Proviantmagazin der Zitadelle vom 16.06. - 30.08. *Kuratiert von Moritz Frei & Marian Luft* Eine mobile Moving Image Sculpture wird zur Projektionsfläche für internationale Kunstfilme, die von Landschaften, Konsumwelten, Erinnerungen und Formen kollektiver Identität erzählen. Dabei entstehen Momente von Humor, Irritation und stiller Melancholie. (Die Moving Image Sculpture wurde zum 1. Spandauer Kunstfilmfestival zwischen Falkenhagener Feld und der Zitadelle Spandau an mehreren Zwischenstationen zum "public viewing" aufgestellt.) . *Anna Witt – Hoheitszeichen* - 7:00 Min, 2012 Intervention im Proviantmagazin der Zitadelle vom 16.06. - 30.08. *Kuratiert von Moritz Frei & Marian Luft* Eine mobile Moving Image Sculpture wird zur Projektionsfläche für internationale Kunstfilme, die von Landschaften, Konsumwelten, Erinnerungen und Formen kollektiver Identität erzählen. Dabei entstehen Momente von Humor, Irritation und stiller Melancholie. (Die Moving Image Sculpture wurde zum 1. Spandauer Kunstfilmfestival zwischen Falkenhagener Feld und der Zitadelle Spandau an mehreren Zwischenstationen zum "public viewing" aufgestellt.) . *Anna Witt – Hoheitszeichen* - 7:00 Min, 2012 Wie identifiziert sich der Einzelne mit der Konstruktion des Staates? Wie entsteht ein Wir-Gefühl? Was ist mit der Geschichte? Wie wirkt sich die politische Lage auf das Nationalgefühl aus? Ausgehend von der Frage wie sich nationale Zugehörigkeit manifestiert, untersuchte ich im Mikrokosmos Campingplatz das Phänomen des sich „schmücken mit Nationalflagge“. Im Laufe der Untersuchung zeigte sich dass die meisten keinen genauen Standpunkt dazu haben. „Es hat einfach mal einer mit den Flaggen angefangen“. Ich entschloss, die Auseinandersetzung selbst zu thematisieren und forderte die Camper, unter Einsatz ihrer Fahne, zu einem sportlichen Wettkampf auf. . *Raul Walch – Uferlos* - 3:48 Min, 2022 Yachten sind schwimmende Hoheitszeichen. Sie markieren internationale Gewässer als Privateigentum, tragen keine Nationalflaggen, sondern solche des Kapitals. Das Material stammt aus dem Internet: Yachten, die sinken, von anonymen Beobachtern gefilmt und hochgeladen. Unterlegt mit einer namenlosen Flötenversion des Titanic-Themas – ihrer Erhabenheit entkleidet, klingt die Melodie dünn, fast komisch, fast traurig. Ein Loop ohne Auflösung. Die Embleme sinken, und setzen neu an. . *Stéphane Degoutin & Gwenola Wagon - Everything is Real* - 3:25 Min, 2025 Everything is Real zeigt die rotesten Äpfel, die grünsten Callcenter, die Serverräume mit den meisten Kabeln, die freundlichsten Mitarbeiter, die Lieferfahrer mit ihren schönsten Paketen, die effizientesten Freiwilligen, die größten Müllberge – treibt diese Darstellungen jedoch bis ins Extreme der Stereotypisierung: Unsensibel werden Stereotypen hier auf die Spitze getrieben. . *Corinna Schnitt - Zwischen vier und sechs* - 6:28 Min, 1998 Eine junge Frau berichtet über ihre Kindheit in einer deutschen Kleinstadt. Alles ist so behütet und normal, dass das hässliche Wort vom Spießer irgendwie unpassend erscheint. Nur die Verkehrsschilder sind ein wenig schmutzig. . *Louise Marchand – From me to we* - 9:13Min, 2022 In From me to we taucht Luise Marchand in die Welt des New Work ein: Sie meldet sich über Jobportale an, nimmt an Teambuilding-Events teil und arbeitet in Co-Working-Spaces. Die dabei entstandenen GoPro- und Fotoaufnahmen fügen sich zu einem Film, der uns in eine vertraute und zugleich fremde Arbeitswelt zieht. Durch die subjektive Perspektive einer Zeugin, die ihre eigene Erfahrung auf die Betrachter:innen überträgt und sie so selbst zu Teilnehmer:innen dieser flüssigen, selbst-optimierten Gegenwart macht . *Lilly Kuschel - Atlas Cinema* - 22:00 Min, 2013 Auf den weiten Flächen einer marokkanischen Wüste konkurrieren die imposanten Kulissenbauten eines Filmsets mit den spektakulären Landschaften des Atlas Gebirges. Was anfängt wie eine exzellent fotografierte Reportage über Tourismus an ungewöhnlichen Orten vermengt sich fast unmerklich mit dem diffusen Widerhall vergangener medialer Anstrengungen. Die Soundtracks hier gedrehter Sequenzen einer Bibelverfilmung oder Großfilme wie Lawrence of Arabia setzen ein, und Kuschels Film geht in seiner Schnittfolge über in den exakten Nachvollzug der Einstellungen dieser Filme. - Die heilige Kaaba ist ein Bretterverschlag, durchs Bild laufende Touristen übernehmen unfreiwillig Rollen, und muslimische Extras verharren in Wartepositionen, bevor sie Christen spielen müssen. Der durch Ton- und Musikeffekte erzeugte, emotionale Tumult der zitierten Filme funktioniert auch ohne Schauspieler und trotz zerfallender Kulissen und ihrer sichtbaren Rückseiten. Die Vermischung von Film und Realität ist perfekt. (Heinz Emigholz) . *Moe Myat May Zarchi - Moon Landing (Version 2.0)* - 5:33 Min, 2022 Diese audiovisuelle Collage stellt zwei Situationen gegenüber: die erste Landung der Menschheit auf dem Mond und das Aufstellen der US-Flagge dort sowie den Moment, als Frauen in Myanmar erstmals ihre Röcke (Longyis) als Fahnen hoch in den Himmel hielten, um gegen den von Männern angeführten Militärputsch zu revoltieren. In einer rebellischen, glitchigen Mashup-Manier untersucht, regen die beiden Konzepte Fragen zu Revolution, Freiheit, der Inbesitznahme von Räumen, Sieg, Kolonialisierung und überholtem Patriotismus an. Eine gestörte Version der amerikanischen Nationalhymne „Star Spangled Banner“ wird den revolutionären Gesängen burmesischer Frauen gegenübergestellt, untermalt vom atmosphärischen Klanghintergrund von Aufnahmen der NASA-Mondlandung. . *Assaf Gruber - Commissioned Confession* - 19:45 Min, 2025 Ein in Jerusalem geborener Künstler wird gebeten, ein Werk über einen in Wuppertal geborenen Künstler zu schaffen, einen gefeierten nationalsozialistischen Bildhauer der 1940er Jahre. Er nimmt die Herausforderung zwar an, weigert sich jedoch, das Thema in eben jenem Werk zu benennen, über das er nachdenken sollte: das Werk von Arno Breker, der für Hitler in der Bildhauerei das war, was Leni Riefenstahl im Film war. . Das Projekt ist aus Mitteln des Fonds Dezentrale Kulturarbeit des Bezirksamtes Spandau von Berlin gefördert.

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